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Styroporsteine richtig ausbetonieren: Worauf Sie beim Befüllen achten müssen


Wenn die Styroporsteine (ISO-Massiv-Steine) auf der Bodenplatte zusammengesteckt und die Einbauteile wie Skimmer und Düsen platziert sind, steht der wohl aufregendste Schritt des Poolbaus bevor: das Ausbetonieren der Beckenwände.

Das Ausgießen mit Beton verleiht dem Styroporbecken seine finale, unverwüstliche Festigkeit. Obwohl das Stecksystem extrem stabil ist, übt flüssiger Beton einen enormen Druck auf die Steinwand aus.

Damit beim Befüllen nichts verrutscht, sich ausbeult oder im schlimmsten Fall platzt, gibt es ein paar grundlegende Regeln zu beachten. In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Styroporsteine sicher, präzise und sauber ausbetonieren.



1. Die richtige Vorbereitung: Abstützen und Bewehrung prüfen


Bevor der erste Kübel oder die Betonpumpe zum Einsatz kommt, ist eine gründliche Vorbereitung Pflicht:

  • Horizontal- und Vertikalarmierung kontrollieren: Stellen Sie sicher, dass der Armierungsstahl (Bewehrungsstäbe) gemäß der Bauanleitung korrekt in den Nuten der Steine liegt und mit der Bodenplatte verankert ist.

  • Diagonale Abstützungen anbringen: Steifen Sie die Längswände und insbesondere die Ecken von außen mit Holzbalken oder Baustützen ab. Das verhindert, dass sich die Wände durch den Schweredruck des Betons nach außen drücken oder aus dem Lot geraten.

  • Mauerflucht prüfen: Nutzen Sie eine Richtlatte und eine Wasserwaage, um sicherzustellen, dass alle Wände absolut gerade stehen.



2. Welcher Beton ist der richtige? (Konsistenz & Körnung)


Die Wahl des richtigen Betons entscheidet darüber, wie leicht sich die Hohlräume der Steine füllen lassen:

  • Betongüte: In der Regel wird ein C20/25 oder C25/30 Beton verwendet.

  • Körnung: Empfohlen wird eine feine Körnung von 0–8 mm (Maximal 0–16 mm). Zu große Kieselsteine können sich zwischen der Armierung verkanten und Hohlräume (Kiesnester) hinterlassen.

  • Konsistenz: Der Beton sollte plastisch bis weich (Konsistenzklasse F2 bis F3) sein.

    • Zu flüssiger Beton erhöht den Druck auf die Styroporwände drastisch.

    • Zu steifer/trockener Beton fließt nicht sauber um die Armierung und die Einbauteile herum.



3. Schritt-für-Schritt: So befüllen Sie die Steine richtig


Die wichtigste Grundregel: Immer in Schichten füllen!

Betonieren Sie die 1,50 Meter hohe Beckenwand niemals in einem einzigen Durchgang von unten bis oben voll! Der hydrostatische Druck an der Sohle wäre viel zu hoch.

  1. Erste Schicht (ca. 50–75 cm / 2 bis 3 Steinreihen):

    Füllen Sie den Beton ringsum gleichmäßig in den gesamten Pool ein. Gehen Sie dabei kreisförmig um das Becken herum.

  2. Kurze Pause einlegen (ca. 30–60 Minuten):

    Lassen Sie den Beton in der untersten Schicht leicht ansteifen. Dadurch nimmt er bereits Eigengewicht auf und entlastet die unterste Steinreihe.

  3. Zweite & dritte Schicht einfüllen:

    Befüllen Sie nun schrittweise die restlichen Reihen bis zur Oberkante.



4. Vorsicht beim Verdichten: Keinen Schweren Flaschenrüttler nutzen!


In der klassischen Bauwirtschaft wird Beton mit hochfrequenten Rüttelflaschen verdichtet. Bei Styroporsteinen ist ein elektrischer Flaschenrüttler jedoch tabu! Die Vibrationen können die Styroporwände beschädigen oder die Steckverbindungen auseinanderdrücken.

So verdichten Sie richtig:Nutzen Sie ein schmales Holzbrett oder ein Stück Armierungseisen und stochern Sie vorsichtig im flüssigen Beton auf und ab (Stochern).Klopfen Sie leicht mit der flachen Hand oder einem Gummihammer von außen gegen die Styroporsteine, damit aufgestiegene Luftblasen entweichen und der Beton die Ecken vollständig ausfüllt.


5. Befüllen mit Betonpumpe vs. Per Hand


Methode

Vorteile

Worauf zu achten ist

Betonpumpe (Mischfahrzeug)

Sehr schnell, kraftschonend, ideal für große Pools (8x4m).

Unbedingt eine Fallbremse (Fallrohr/Reduzierstück) am Pumpenschlauch nutzen! Der Beton darf nicht mit voller Wucht aus großer Höhe in die Steine stürzen.

Handbefüllung (Eimer/Schott)

Maximale Kontrolle, sehr schonend für das Material, günstig.

Anstrengend und zeitintensiv. Benötigt mehrere helfende Hände im Team.



Die 3 häufigsten Fehler beim Ausbetonieren


  1. Keine Fallbremse bei der Betonpumpe: Wenn der Beton mit vollem Druck aus dem Schlauch schießt, kann er die Steine zertrümmern. Weisen Sie den Pumpenfahrer vorher darauf hin, dass es sich um Styropor-Schalungssteine handelt!

  2. Unzureichende Aussteifung der Ecken: Die Ecken sind statisch die empfindlichsten Punkte. Hier sollten immer zusätzliche Holzverstrebungen angebracht werden.

  3. Einbauteile nicht geschützt: Kleben Sie Skimmeröffnungen, Einströmdüsen und Scheinwerfereinsätze vor dem Betonieren gründlich mit Malerkrepp ab, damit kein Beton in die Gewinde oder Dichtflächen läuft.



Fazit: Mit Ruhe und System zum perfekten Massivbecken


Das Ausbetonieren von Styroporsteinen ist mit der richtigen Vorbereitung auch für Heimwerker problemlos machbar. Wer in Schichten arbeitet, den Beton richtig einstellt und die Wände gut abstützt, erhält im Handumdrehen ein extrem stabiles, vollisoliertes Betonbecken für die ewigkeit.

 
 
 

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